Wettbewerbsfähig in Europa
Für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen im internationalen Geschäft spielen Verrechnungspreise eine entscheidende Rolle. Die angemessene Dokumentation und Einhaltung steuerlicher Vorgaben sind unerlässlich, um Risiken zu minimieren.
Was sind Verrechnungspreise?
Verrechnungspreise sind Preise für grenzüberschreitende Lieferungen und Leistungen zwischen verbundenen Unternehmen. Als verbunden gelten Unternehmen, die zu mindestens 25 Prozent aneinander oder über die Gesellschafter beteiligt sind. Dies betrifft nicht nur Großkonzerne, sondern alle Unternehmen, die internationale Geschäftsbeziehungen mit verbundenen Gesellschaften unterhalten.
Bedeutung von Verrechnungspreisen
Bei Geschäften zwischen verbundenen Unternehmen fehlt oft der freie Wettbewerb, wodurch die Gefahr der Gewinnverlagerung entsteht. Um dem entgegenzuwirken, gilt international der Fremdvergleichsgrundsatz: Transaktionen zwischen nahestehenden Personen müssen zu Bedingungen erfolgen, die auch für unabhängige Dritte gelten.
Die Einhaltung dieses Grundsatzes wird durch nationale und internationale Regelungen sichergestellt und ist regelmäßig Bestandteil steuerlicher Außenprüfungen.
Typische VP-relevante Geschäftsvorfälle im Mittelstand
- Warenlieferungen: Ein deutsches Unternehmen beliefert seine Vertriebsgesellschaft in Polen.
- Dienstleistungen: Die Muttergesellschaft bietet zentrale Unterstützungsleistungen für ihre ausländischen Tochtergesellschaften an.
- Lizenzierung: Überlassung von Nutzungsrechten an Plattformen, Software oder Marken.
- Finanzierung: Gewährung von Darlehen oder Garantien an verbundene Unternehmen.
Mitwirkungspflichten bei Verrechnungspreisen
Für alle Unternehmen, die grenzüberschreitende Geschäftsvorgänge mit verbundenen Unternehmen unterhalten, gelten umfassende Mitwirkungspflichten im Bereich der Verrechnungspreise.
Bei steuerlichen Außenprüfungen müssen sie nachweisen, dass die gewählten Verrechnungspreise angemessen sind und dem Fremdvergleichsgrundsatz entsprechen. Dies erfordert eine strukturierte und nachvollziehbare Dokumentation, die folgende Aspekte umfasst:
- Darlegung der Geschäftsbeziehungen
- Funktions- und Risikoanalyse
- Nachweis der Angemessenheit der (Verrechnungs-)Preise
Die Dokumentationspflichten sind für alle betroffenen Unternehmen verbindlich und ein integraler Bestandteil der steuerlichen Compliance. Die Finanzverwaltung erwartet, dass diese Unterlagen zeitnah und vollständig vorgelegt werden können.
Verrechnungspreise sind weit mehr als eine steuerliche Pflicht: Sie reflektieren die wirtschaftliche Realität und Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Die Wahl sachgerechter Verrechnungspreise ist betriebswirtschaftlich sinnvoll und schützt vor steuerlichen Risiken. Ein Gespräch mit dem Steuerberater ist daher empfehlenswert.
Gut zu wissen
- Verrechnungspreise sind auch für den Mittelstand relevant, wenn internationale Geschäftsbeziehungen mit verbundenen Unternehmen bestehen.
- Maßstab ist der Fremdvergleichsgrundsatz: Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen müssen zu Bedingungen erfolgen, die auch für unabhängige Dritte gelten.
- Die Dokumentation von Verrechnungspreisen ist verpflichtend und bildet einen zentralen Bestandteil der steuerlichen Compliance.


